30.01.21

Mischen? Mitmischen! – Fachleute und engagierte Bürger/innen diskutierten über das Konzept der Produktiven Stadt und die richtige Mischung von Wohnen, Arbeiten und Produzieren.

„Wie kann eine Stadt aussehen, in der Arbeiten, Wohnen und Produzieren nahe beieinander stattfinden? Welche Branchen wären dafür geeignet, welche eher nicht? Macht das die Pendlerwege kürzer und löst damit unsere Mobilitätsprobleme? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Debattenveranstaltung aus der Reihe „Impulse für die IBA“, die am 28.01.2021 im Online-Format stattfand.
Ca. 100 Interessierte hatten sich online zusammengefunden, um den Impulsgeber/innen zu lauschen, sich mit den vier vorgestellten IBA-Projekten zu befassen und engagiert mitzudiskutieren.

Bereits zum fünften Mal luden das Dialogforum der Kirchen und die Evangelische Akademie Bad Boll zu diesem Veranstaltungsformat ein, mit dem kirchliche Institutionen die Internationale Bauausstellung IBA´27 begleiten.

Heterogenität mache Städte attraktiv, so begann Prof. Bernhard Emunds (Hochschule St. Georgen, Frankfurt/Main) eingangs und hob hervor, dass der Zugang zum städtischen Raum auch gerecht gestaltet sein müsse. Das Konzept der „Produktiven Stadt“ greife den Trend nach der gemischteren, heterogenen Stadt auf, erfordere aber auch die Neuaushandlung von Raumstrukturen, insbesondere aufgrund sich wandelnder Formen von Erwerbsarbeit.

Prof. Martina Baum (Universität Stuttgart) gab einen Überblick über die aktuelle Forschung zur Produktiven Stadt und konstatierte, dass gegenwärtig Menschen lediglich als Konsument/innen von Stadt gesehen werden, das eigentliche Ziel aber eine „koproduzierte Stadt“ sein müsse, in der aktive, mündige Bürger/innen ihre Stadt mitgestalteten.

Im Anschluss an diese Eingangsimpulse hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, in Kleingruppen mit den Initiatoren von vier IBA-Projekten aus Winnenden, Wendlingen, Fellbach und Stuttgart ins Gespräch zu kommen.

Einzelne Aspekte der Mischung von Funktionen in einer Stadt seien auch immer kulturell bedingt, erläuterte Dr. Raquel Jaureguízar, Projektleiterin bei der IBA´27 in der anschließenden Zusammenfassung der Veranstaltung. Lärm beispielsweise, der von Betrieben in der Stadt ausgehen könne, werde in Deutschland als Hindernis für eine Produktionsverlagerung zurück in die Stadt angesehen, in Spanien beispielsweise sei das weniger Thema.

Die IBA´27 Stadtregion Stuttgart hat die „Produktive Stadt“ zu ihrem Jahresthema 2021 gemacht und wird sich damit in diesem Jahr eingehend befassen.

Die Reihe „Impulse für die IBA“ wird am 25. und 26. November 2021 mit der Tagung Grün und gut !? – Wege zur klimaresilienten Stadt von morgen“ in Bad Boll fortgesetzt.